Riesiger Kamm zur Säuberung der Meere

r.e.mix-Team / 6. Juli 2017 / Allgemein

Jedes Jahr gelangen über zehn Millionen Tonnen Müll in unsere Meere. Die Folgen: Verendete Fische, Strände voller angespülter Plastikflaschen und Seevögel, die sich im Plastikmüll verheddern. Um dieser Situation entgegenzuwirken, hat die Aachenerin Marcella Hansch zusammen mit einem Team aus Architekten, Ingenieuren, Wissenschaftlern und Studenten eine Plattform namens “Pacific Garbage Screening” entwickelt, die umweltschädlichen Plastikmüll aus den Ozeanen filtert. Mithilfe einer speziellen Methode wäre es sogar möglich, den gefilterten Kunststoffmüll im Anschluss als ökologische sowie umweltfreundliche Energiequelle einzusetzen.

Pacific Garbage Screening: Das Konzept

Das Pacific Garbage Screening, das den Müll mithilfe der Meeresströmung filtert, erinnert optisch an einen riesigen Kamm. Unterhalb der Plattform existiert ein 400 Meter langes Kanalsystem, das aus mehreren über 30 Meter langen “Kielen” konstruiert ist. Durch sie wird das Meerwasser geleitet und gezielt beruhigt.

Dank der verringerten Fließgeschwindigkeit und der höheren Dichte des Wassers treiben die Plastikpartikel von alleine an die Oberfläche und können dort abgeschöpft werden. Netze, in denen sich Meerestiere verfangen könnten, sind für die Filterung also nicht notwendig.

Der riesige Kamm wird von Ingenieuren mit Seilen am Meeresboden verankert. Ein gewisser Spielraum der Seile ermöglicht es dem Kamm, sich den unterschiedlichen, wechselnden Strömungsrichtungen flexibel anzupassen.

Was mit dem Plastikmüll passiert?

Doch wie kann man das aus dem Meer gefilterte Plastik wiederverwerten? Salzwasser zerstört die Molekülstruktur von Kunststoffmüll, wodurch er nicht mehr vernünftig zu recyceln ist. Auch dafür hat das Aachener Team eine Lösung: Plasma-Vergasung.

Die Kunststoffpartikel werden bei dieser Methode in ihre Grundmoleküle gespalten, wodurch ein synthetisches Gas – bestehend aus Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid – freigesetzt wird. Den Wasserstoff, der dadurch gewonnenen wird, kann man wiederum als Energieträger für Brennstoffzellen nutzen und diese als umweltfreundliche und nachhaltige Energiequelle zur Betreibung der Anlage verwenden.

Das Kohlenstoffdioxid, das durch den Prozess entsteht, wird dagegen Algenkulturen zugefügt, die dann großflächig an der Wasseroberfläche des Kamms gezüchtet werden. Die Biomasse der Algen lässt sich nämlich wiederum als Ausgangsstoff für umweltschonenden Biokunststoff einsetzen.

Bis das Projekt realisiert ist, dürfte es aber noch ein wenig dauern: Mit Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Aktionen in der Öffentlichkeit versucht das Team derzeit die Grundlagenforschung im Hinblick auf die Umsetzbarkeit der Plattform zu finanzieren. Wir drücken die Daumen.

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