Die Luft ist rein: Kampf dem Klimawandel mit CO2-Filteranlage

r.e.mix-Team / 27. Juli 2017 / r.e.mix Aktuell

Erneuerbare Energien leisten laut Umweltbundesamt den weitaus größten Beitrag zur Vermeidung von Treibhausgasen. Die Bundesregierung will daher den Anteil der ökologischen Stromerzeugung bis zum Jahr 2025 auf 40 bis 45 Prozent ausbauen. Das Schweizer Unternehmen Climeworks hat sich ebenfalls dem Kampf gegen klimaschädliche CO2-Emissionen verschrieben und geht dabei einen neuartigen Weg: Es will mit einer speziellen Anlage COdirekt aus der Luft filtern, sodass es erst gar nicht in die Atmosphäre gelangen kann. Das gefilterte Klimagas kann im Anschluss von der Landwirtschaft, Getränkemittel- oder auch Automobilindustrie sinnvoll als Dünger, Kühlmittel und Treibstoff genutzt werden.

„Direct Air Capture” – So funktioniert die CO2-Filterung

Die Idee für ihr Start-Up hatten die beiden Climeworks-Unternehmensgründer Christoph Gebald und Jan Wurzbacher im Jahr 2008, als beide noch Maschinenbau an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich studierten. In einer kommerziellen Anlage im Kanton Hinwil filtern sie bereits heute schon mithilfe des sogenannten „Direct Air Capture”-Verfahrens CO2 aus der Umgebungsluft und verwerten es als Rohstoff weiter.

Wie das geht, erläutern die Gründer im Video:

 

Die Filteranlage ist dabei folgendermaßen gestaltet: In drei Schiffscontainern, die direkt auf dem Dach einer Müllverwertungsfabrik angebracht sind, befinden sich sowohl 18 CO2-Kollektoren als auch die benötigte Steuerungstechnik. Ventilatoren saugen die Umgebungsluft an, während im Inneren der Kollektoren der eigentliche Filterungsprozess stattfindet. Um diesen zu starten, muss das Filtermaterial auf circa 100 Grad Celsius erhitzt werden. Die Abwärme der angebundenen Müllverwertungsanlage liefert dafür die nötige Energie. Das Ergebnis: einerseits CO2-freie Luft und anderseits konzentriertes CO2.

Credits: Climeworks AG
Funktionsweise der kommerziellen Direct Air Capture-Filteranlage in Hinwil. Credits: Climeworks AG

 

Was geschieht mit dem konzentrierten CO2?  

Zum einen kann das konzentrierte Kohlendioxid an Gewächshäuser weiterverkauft und dort als Dünger eingesetzt werden. Climeworks versorgt bereits eine benachbarte Gärtnerei über direkte Rohrleitungen mit dem Klimagas. Pro Jahr verkauft es dem landwirtschaftlichen Betrieb 900 Tonnen des Gases zu marktüblichen Preisen.

Zum anderen kann das aus der Luft gefilterte CO2 auch von Getränkeherstellern genutzt werden, um Getränke mit Kohlensäure zu versetzen oder es als Kühlmittel zu nutzen. Seit 2013 arbeitet Climeworks auch mit dem Automobilhersteller Audi an dem Ansatz, das konzentrierte CO2 als erneuerbaren Treibstoff einzusetzen.

Und Climeworks hat weitere ehrgeizige Pläne: Ziel bis 2025 ist es, ein Prozent der globalen CO2-Emissionen aus der Luft zu filtern. Diese Menge wäre mit 250.000 Anlagen wie der in Hinwil zu bewältigen.

Trotzdem ist dies kein Freifahrtschein für die Nutzung fossiler Brennstoffe: Nur mithilfe des Ausbaus erneuerbarer Energien in Kombination mit CO2-Abscheidetechnologien wie dem Direct Air Capture-Verfahren lässt sich der Klimawandel bremsen. Daher schon jetzt auf die Ökoenergie von r.e.mix umsteigen. Übrigens wurde unser Ökostrom mit dem Gütesiegel ok-power-plus ausgezeichnet.

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