Solarstrom, Agrophotovoltaik,

Agrophotovoltaik: Strom und Gemüse vom selben Feld

r.e.mix-Team / 23. September 2016 / Energiewende

Gemüse, das unter Solaranlagen wächst? Geht – zeigt das Modellprojekt APV-Resola: Die neuartige Systemtechnologie der Agrophotovoltaik ermöglicht eine landwirtschaftliche Nutzung unter speziell zu diesem Zweck entwickelten Solaranlagen. Weil uns die Förderung regenerativer Energien am Herzen liegt, investiert auch die BayWa r.e. in das Modellprojekt am Bodenseekreis. Wie es genau aussieht und welche Herausforderungen es gibt, lesen Sie hier:

Was genau ist Agrophotovoltaik?

Agrophotovoltaik ist das Stichwort, wenn es um ressourceneffiziente Landnutzung geht: Die Idee an sich ist simpel – ein Solarfeld, unter dem noch genügend Platz für den Anbau von Zwiebeln, Kartoffeln und Co. ist. So soll der Landnutzungskonflikt zwischen fruchtbarem Ackerboden und erneuerbarer Energiegewinnung verringert werden.

Am Sonntag, 18. September, wurde die Agrophotovoltaik-Forschungsanlage in Heggelbach, Gemeinde Herdwangen-Schönach, eröffnet. Neben dem Bundesministerium für Bildung und  Forschung, dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE unterstützt auch die BayWa r.e. das Forschungsprojekt APV-Resola.

Forschungsschwerpunkte der Agrophotovoltaik

Das Forschungsprojekt APV-Resola ist in fünf Arbeitsschwerpunkte unterteilt: Zum einen wird in mehreren Experimenten untersucht, wie verschiedene wirtschaftlich relevante Kulturpflanzen in der gemäßigten Klimazone auf den Anbau unter dem Solarfeld reagieren und welchen landwirtschaftlichen Ertrag sie bringen. Außerdem werden Umweltauswirkungen sowie Folgen für die Biodiversität durch die APV-Systemtechnologie genauer betrachtet.

In der Praxis werden weiter die für ein gleichmäßiges Pflanzenwachstum optimale Ausrichtung der Modulreihen und der Evaluierung der Tauglichkeit der Unterkonstruktion für die landwirtschaftliche Bearbeitung der Fläche im Bereich der Technik analysiert. Außerdem sollen auch Sozialverträglichkeit und gesellschaftliche Akzeptanz und politische und ökonomische Aspekte energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen untersucht werden.

Die Versuchsfläche umfasst eine Grundfläche von ca. 2,5 Hektar, ein Drittel Hektar wird von der APV-Forschungsanlage belegt, die restliche Fläche dient als Referenzfläche zum Vergleich der Ackererträge. Die installierte Leistung von 194,4 kWp kann jährlich 62 Haushalte (4 Personen, ca. 4000 kWh Stromverbrauch) versorgen.

APV-Technik – eine zukunftsweisende Lösung?

Die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende sieht eine Erhöhung des Stromanteils aus Erneuerbaren Energien auf 35% bis zum Jahr 2020 und auf 80% bis zum Jahr 2050 vor. Schon heute besteht ein großer Teil dieser regenerativen Energien aus durch Solaranlagen gewonnenen Strom. Für die Anlagen braucht es aber Land – fruchtbarer Boden ging bisher verloren. Um diesen Verlust zu vermeiden, erhalten Solaranlagen auf nicht-versiegelten Flächen seit der Novellierung des EEG im Jahr 2012 keine Einspeisevergütung mehr. Die zur Verfügung stehende Fläche für die durch ihre Größe meist besonders ökonomischen Freiflächenanlagen (FFA) ist dadurch auf nur wenige Standorte begrenzt.

Die Technologie der Agrophotovoltaik bietet durch eine effiziente Doppelnutzung der landwirtschaftlichen Fläche eine Möglichkeit des Ausbaus großer Solar-FFA, ohne dass dabei die Ressource fruchtbarer Ackerboden verbraucht wird. Durch gezieltes Lichtmanagement werden die Erträge aus Solar und Photosynthese optimiert. Zusätzlich wird die Wertschöpfung in der Region und die ländliche Entwicklung gefördert, da APV-Projekte prädestiniert dafür sind, dezentral durch Landwirte, Gemeinden und Klein- und Mittelständische Unternehmen getragen zu werden. Für die Landwirtschaft ergeben sich neuartige, ökonomisch tragfähige Bewirtschaftungsmöglichkeiten.

Ob und wie das Projekt gelingt, wird sich zeigen. Es könnte aber sicher Lösungen für den Nutzungskonflikt zwischen Solaranlagen und Landwirtschaft liefern und die Energiewende ein Stückchen näher rücken. Worauf warten Sie noch? Wechseln Sie jetzt zu 100% Ökostrom und Ökogas von r.e.mix und werden auch Sie Teil der Energiewende.

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Kommentare

  1. Ich denke, es ist eine gute und klimafreundliche Idee. Könnte ein Weg sein, mit Klimaveränderungen für die Zukunft zu leben.

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